Read Der Sandengel by Lizzy Hollatko Online

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S dafrika, Anfang der 1980er Jahre Rut und ihre drei Schwestern Liv, Fee und Emma leben mit ihrer Mutter Alva in einer Siedlung am Rand einer gro en Stadt Der Vater ist vor einigen Jahren ums Leben gekommen, die Mutter ist Malerin und schafft es seither nur knapp, die Familie mit ihren Eink nften ber Wasser zu halten Aufgrund ihrer Lebenssituation haben sie mit vielen Schwarzen mehr gemeinsam als mit der wei en Oberschicht Trotzdem stehen sie nur wegen ihrer Hautfarbe gesellschaftlich ber den Schwarzen Dieses Menschenbild will Alva, die in Europa aufgewachsen ist, ihren Kindern nicht vermitteln Aber wer sich in S dafrika zur Zeit der Apartheid mit Schwarzen solidarisiert, st t schnell an die Grenzen der Toleranz....

Title : Der Sandengel
Author :
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ISBN : 3702658602
ISBN13 : 978-3702658601
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Jungbrunnen Auflage 1 1 Februar 2014
Number of Pages : 271 Pages
File Size : 872 KB
Status : Available For Download
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Der Sandengel Reviews

  • Buchdoktor and Family
    2019-04-04 02:48

    Um ein einfaches Häuschen in der Bloekomstraße zu bekommen, muss eine südafrikanische Familie arm sein. Die Österreicherin Alva mit ihren vier kleinen Töchtern scheint so gar nicht in die ungeteerte Straße zu passen, in der sich alle Häuser einen gemeinsamen Wassertank teilen. Alva ist verwitwet und schlägt sich als Malerin mit dem Verkauf ihrer Bilder durch. Ihre zweitälteste Tochter Rut erzählt die Kindheitserinnerungen der Schwestern in der Ichform. Nelson Mandela sitzt zur Zeit der Handlung 1981 noch in Haft auf Robben Island. Die verordnete Rassentrennung reicht direkt mitten ins Familienleben, wenn die Weißen zwar schwarzes Hauspersonal beschäftigen, sonst aber keinen Kontakt zu Schwarzen haben dürfen. Emma, Fee, Liv und Rut spielen zusammen mit anderen Kindern auf der Wiese hinter dem Haus, denken sich ihre Spiele selbst aus und zeichnen auf den Boden, was sie zum Spielen brauchen. Alva findet, dass man in ihrer kleinen Straße viel über das Leben lernen kann und ihre Töchter noch längst nicht genug gelernt haben. Der titelgebenden Sandengel ist ein abgewandelter Schneeengel, den Alva mit ihrem Körper für Rut in den Sand vor dem Haus presst.Wie arm die Familie ist, erkennt man daran, dass Alva ihren Töchtern zu Weihnachten keine Geschenke kauft, sondern Dinge aus ihrem Besitz verschenkt, die die Mädchen sich mehr oder wenig heimlich gewünscht haben könnten. Der einzige Luxus für die Wanderer-Töchter ist ihr jährlicher Besuch auf der Farm ihrer Nenn-Großeltern. Der Sohn des älteren Paars war der beste Freund von Alvas verstorbenem Ehemann. Kinder brauchen Großeltern jetzt und hier, nicht nur im fernen Europa, haben die älteren Bekannten beschlossen – und genießen die Besuche von Töchtern und Mutter auf der Farm offensichtlich sehr. Wieder zuhause drängt sich den Mädchen die Frage auf, was eigentlich in der ihnen streng verbotenen „Schlucht“ hinter ihrem Haus sein könnte. Es muss sich ja mindestens um gefährliche Schlangen oder Skorpione handeln, wäre eine mögliche Erklärung. Der einfache Sandweg der Bloekomstraße verläuft zwischen Autostraße und Bahngleisen, beides hat die Mutter den Mädchen streng verboten. Auf dem Bahngleis fährt ein Zug nur für Schwarze, der die Bewohner der Townships zur Arbeit in die Großstadt bringt. Die Mädchen wissen, dass für viele andere Schwarze der Weg zur Arbeit aus ihrem abgelegenen Township zu weit ist und sie ihre Familien deshalb nur einmal im Jahr sehen können. Die Suche nach der Schlucht steht hier für etwas zunächst schwer Fassbares außerhalb der behüteten Kindheit. Dass ihre Mutter keine abfälligen Ausdrücke für Schwarze duldet, war den Mädchen schon immer klar. In diesem Sommer werden sie mit den Lebensbedingungen der Schwarzen im Südafrika der Apartheid konfrontiert und müssen lernen, dass Alva mit ihren entschiedenen Werten nicht ungefährlich lebt.Lizzy Hollatkos Kinderbuch erzählt konsequent aus der Perspektive einer Elfjährigen, deren Eltern aus Österreich nach Südafrika kamen. Ruts Erkundung der Welt außerhalb der schützenden Familie konfrontiert sie mit der Rassentrennung der 80er und der tiefsitzenden Verachtung der weißen Südafrikaner für Schwarze und Farbige. Die Überlegung, ob die weiße Familie Wanderer arm ist und was man selbst unter Armut versteht, zwingt Hollatkos Leser zur Auseinandersetzung mit ihrem bisherigen Afrikabild. Ein stilles Buch über eine Kindheit in Südafrika, deutlich spürbar aus der eigenen Anschauung geschrieben.

  • ernst gattringer
    2019-04-10 02:41

    Der Autorin ist es gelungen, Kinder-und Jugendgerecht die ehemalige Apartheid in Süd-Afrika darzustellen.Der Roman ist sehr authentisch geschrieben und spannend erzählt, ein Lesevergnügen für Jugendliche bis Erwachsene, die ein Gefühl dafür bekommen wollen,was es bedeutet hat, mit der Apartheit umgehen zu müssen.Dieses Buch macht verständlich wie wichtig das Wirken von "Mandela" in Süd-Afrika war.Ein muß, um Kinder-und Jugendlichen die Problematik von Rassendiskriminierung näher zu bringen.